Starkes Zeichen für eine lebendige Erinnerungskultur
Schülerinnen und Schüler unseres Religionskurses 10b gestalteten die offizielle Gedenkveranstaltung der KZ‑Gedenkstätte Kaltenkirchen am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus im Rathaus. Zwischen den Redebeiträgen von Bürgermeister Stefan Bohlen und den musikalischen Beiträgen von Alexandra Lachmann präsentierten vier Schülergruppen unter Leitung ihres Lehrers Dominik Zuk ihre erarbeiteten Beiträge. Trotz des öffentlichen Rahmens zeigten die Jugendlichen eine bemerkenswerte Souveränität.
Die inhaltliche Vorbereitung wurde durch Impulse der Kulturwissenschaftlerin Susanne Sieger bereichert. Ihre kritischen Perspektiven auf Erinnerungskultur vertieften die Auseinandersetzung der Klasse. Begleitet wurde die Arbeit außerdem von Demokratiepädagogin Wencke Stegemann; Materialien von LidaSH unterstützten die Beschäftigung mit aktuellen Erscheinungsformen von Antisemitismus. Dieses Thema wird in weiteren Projekten fortgeführt.
In den vergangenen Wochen arbeitete die Klasse intensiv an historischen und aktuellen Menschenrechtsfragen. Ein Schwerpunkt war die Biografie von Werner Eckstein, der als sogenannter „Mischling 1. Grades“ ausgegrenzt, im KZ‑Kaltenkirchen inhaftiert und zur Zwangsarbeit gezwungen wurde. Die Verbindung seiner Lebensgeschichte mit der UN‑Menschenrechtserklärung machte eindrücklich deutlich, wie fragil Freiheit und Würde sein können.
Die Schülerinnen und Schüler setzten sich zudem mit Hannah Arendts Konzept des „Rechts, Rechte zu haben“ auseinander. Am Beispiel Ecksteins wurde sichtbar, welche Folgen es hat, wenn Menschen nicht mehr als Teil einer politischen Gemeinschaft anerkannt werden und wie aktuell Arendts Warnungen bis heute sind.
Abschließend betrachteten die Jugendlichen Ecksteins Engagement nach 1945, sein Einsatz für Mitmenschen und seine politische Arbeit in der Politik. Die zugrunde liegenden historischen Quellen wurden vom Lokalhistoriker Thomas Käpernick erschlossen.
Die Gemeinschaftsschule am Marschweg ist stolz auf die intensive und reflektierte Arbeit der Schülerinnen und Schüler der Klasse 10b. Die Beiträge der Schülerinnen und Schüler setzen ein wichtiges Zeichen für historisches Bewusstsein und demokratische Verantwortung. Dass unsere Schule sich derzeit auf dem Weg zur UNESCO‑Projektschule befindet, unterstreicht, wie selbstverständlich dieses Engagement Teil unseres pädagogischen Selbstverständnisses ist.





