Serious Games im Geschichtsunterricht: Marschwegschule nimmt an bundesweiter Studie teil
Anfang März erhielt wir besonderen Besuch: Dr. Lucas Haasis vom Gamelab der Universität Oldenburg kam in die Schule, um gemeinsam mit der Klasse 10b ein außergewöhnliches Unterrichtsprojekt durchzuführen.
Der Anlass war die Teilnahme an einer deutschlandweiten empirischen Studie zur Wirkung von Serious Games im Unterricht. Im Zentrum stand das Spiel „The Darkest Files“ des Studios Paintbucket Games. Darin übernehmen die Spielenden die Rolle der fiktiven Staatsanwältin Esther Katz, die im Team um Fritz Bauer an der Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen arbeitet. Bauer gilt als eine der wichtigsten Persönlichkeiten der juristischen Aufarbeitung der NS-Zeit. Er war maßgeblich an den Frankfurter Auschwitz-Prozessen beteiligt und setzte sich unermüdlich dafür ein, dass Täter nicht in Vergessenheit gerieten. Die Fälle im Spiel basieren auf echten historischen Prozessakten – ein Aspekt, der bei den Schülerinnen und Schülern für spürbare Aha-Momente sorgte.
Die Studie wird von Dr. Lucas Haasis (Gamelab Oldenburg), Dr. Miriam Montag-Erlwein (Universität Würzburg) und Dr. Christian Günter (Universität Wuppertal) durchgeführt. Klassen aus Niedersachsen, Thüringen, Bayern und Schleswig-Holstein nehmen daran teil. Die Station an der Gemeinschaftsschule am Marschweg, die vom Geschichtslehrer Dominik Zuk begleitet wurde, war die letzte im bundesweiten Forschungsprojekt – nun beginnt die Auswertung der umfangreichen Umfragen.
Während des Besuchs testete die Klasse nicht nur das Spiel selbst, sondern auch neues Unterrichtsmaterial zum Thema „Games und Erinnerungskultur“, das aktuell entsteht. Besonders eindrucksvoll war die Reaktion der Jugendlichen, als sie erfuhren, dass die gespielten Fälle auf realen Dokumenten beruhen. Dr. Lucas Haasis fasste seine Eindrücke so zusammen: „Was ich besonders spannend fand am Test an der Gemeinschaftsschule am Marschweg, war die Reaktion der Schülerinnen und Schüler auf die Info, dass es sich bei den Fällen, die sie gespielt haben, tatsächlich um echte Fälle handelte, die auf den Prozessakten von damals beruhten. Da konnte man den Aha-Effekt förmlich spüren – aber auch, wie gekonnt sie gespielt haben und mit wie viel Elan sie dabei waren.“
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